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Eck beim 41. Jahrestag der Feldgeschworenenvereinigung Fürth

Das wohl älteste kommunale Ehrenamt in Bayern trägt auch in Zeiten der Digitalisierung noch zum Gemeindefrieden bei

02.12.2019 | PM S50/2019 STMI

Beim Jahrestag der Feldgeschworenenvereinigung des Landkreises und der Stadt Fürth hat Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck den "Fürther Siebenern" für ihren ehrenamtlichen Einsatz gedankt: "Schon mehr als vier Jahrzehnte machen Sie sich um die Grenzen in der Stadt und im Landkreis Fürth verdient und sorgen als unparteiische Hüter der Grenzsteine für ein friedliches Zusammenleben." Im Jahr 1978 hat sich die Fürther Siebener-Gemeinschaft unter dem Leitspruch "Gleichheit, Redlichkeit und Treue" zusammengeschlossen. Dabei reichen die Wurzeln der Feldgeschworenen bis ins 13. und 14. Jahrhundert zurück. "Dieses traditionsreiche und moderne Ehrenamt ist tief in der Gesellschaft und in der kulturellen Identität unseres Landes verankert", betonte der Staatssekretär. Heute engagieren sich laut Eck im Freistaat rund 27.000 Feldgeschworene in dem verantwortungsvollen Amt auf Lebenszeit, davon um die 15.500 in den fränkischen Regierungsbezirken. Dort finden sich aufgrund klein strukturierter Grundstückparzellen besonders viele Grenzverläufe. 

"Als neutrale Instanz sind sie ein wichtiges Bindeglied zwischen den Grundstückseigentümern und der Vermessungsverwaltung und nehmen bei Unstimmigkeiten oftmals eine Vermittlerrolle ein", so Eck. Nicht zuletzt aufgrund dieser friedensstiftenden Funktion wurde das "Feldgeschworenenwesen in Bayern" deshalb im Dezember 2016 als lebendige und traditionsreiche Kulturform in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Besonders zu Zeiten als der bayerische Boden noch nicht digital kartiert und keine ausreichende Messtechnik gegeben war, waren die Feldgeschworenen nach den Worten des Staatssekretärs die Gewährsmänner dafür, dass sich kein Grundstücksbesitzer an den Grenzsteinen vergriff. "Aber Ihre Dienste sind auch in Zeiten der Digitalisierung gefragt. Sie sind ein von der Technik unabhängiges Back-up System. Sie kennen nicht nur die Gegebenheiten vor Ort ganz genau, sondern auch die Menschen und diese vertrauen Ihnen", so Eck. Bei Grenzangelegenheiten würden sich deshalb heute noch viele Bürger auf die Feldgeschworenen verlassen.